Das weitläufige Bildfeld an der Grenze zwischen Cassiopeia und Kepheus vereint eine ungewöhnlich große Zahl unterschiedlicher Emissionsgebiete. Besonders auffällig ist rechts oben der Krabbennebel Sh2-157, dessen geschwungene Strukturen tatsächlich an die Scheren und den Körper einer Krabbe erinnern. Er ist Teil eines wesentlich größeren Komplexes aus ionisiertem Wasserstoff, dessen schwache Ausläufer sich weit über das sichtbare Hauptgebiet hinaus erstrecken.
Rechts unten befindet sich der bekannte Blasennebel NGC 7635 (Bubble Nebula). Seine nahezu kugelförmige Struktur entsteht durch den starken Sternwind des massereichen Sterns BD+60°2522, der das umgebende interstellare Gas verdrängt und zu einer expandierenden Hülle formt. Unmittelbar daneben und im selben großräumigen Sternentstehungsgebiet liegen weitere schwächere Hα-Strukturen.
Links unten liegt NGC 7538, eine aktive Sternentstehungsregion im Perseus-Arm unserer Milchstraße. Sie erscheint im Bild als kompakter, heller Emissionsnebel mit dunklen Staubstrukturen und gehört zu den Gebieten, in denen auch heute noch massereiche Sterne entstehen.
Zwischen diesen markanten Objekten ist das Feld keineswegs leer. Zahlreiche schwache Hα-Wolken und Dunkelnebel durchziehen die gesamte Aufnahme und zeigen, dass die einzelnen hellen Nebel nur die auffälligsten Teile eines wesentlich größeren interstellaren Komplexes sind. Gerade diese sehr schwachen Strukturen bilden den eigentlichen Reiz des großen Bildfeldes.
Die Aufnahme entstand mit dem 60-mm-Widefield-System bei 280 mm Brennweite und einem 3-nm-Hα/OIII-Dualbandfilter. Trotz einer Gesamtbelichtungszeit von nur gut zwei Stunden werden neben den hellen Emissionsregionen bereits erstaunlich große Teile der schwachen umgebenden Gaswolken sichtbar. Der extrem schmale Filter unterdrückt dabei einen großen Teil des kontinuierlichen Himmelshintergrundes und isoliert vor allem die Emissionen von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff. Die Aufnahme wurde bewusst zurückhaltend bearbeitet, um auch die schwachen großflächigen Strukturen des Feldes möglichst natürlich zu erhalten.
Zur Detailaufnahme des Blasen- und Hummernebels in der Nearfield - Galerie hier klicken.- Datum: 08.08.2026
- Teleskop: Touptek D60
- Kamera: Touptek 2600c
- Filter: SVBony SV220 3nm
- Belichtung: ca. 2 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP