Der Nordamerikanebel (NGC 7000) und der unmittelbar benachbarte Pelikannebel (IC 5070) befinden sich etwa 2.500 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus). Gemeinsam bilden sie einen riesigen Komplex aus Wasserstoffgas, der sich über mehrere Vollmonddurchmesser am Himmel erstreckt und zu den eindrucksvollsten Sternentstehungsregionen unserer Galaxis zählt.
Beide Nebel sind Teil derselben gewaltigen Molekülwolke und werden lediglich durch die dunkle Staubwolke LDN 935 voneinander getrennt. Diese absorbiert das Licht der dahinterliegenden Gaswolken und formt zugleich die markanten Konturen, die dem Nordamerikanebel seinen Namen verleihen. Die charakteristische „Golf-von-Mexiko“-Region ist dabei besonders gut zu erkennen und bildet den Übergang zum Pelikannebel.
Der Pelikannebel auf der rechten Bildseite zeigt filigrane Strukturen aus leuchtendem Wasserstoff und dunklen Staubfäden. In seinem Inneren entstehen fortlaufend neue Sterne, deren energiereiche Strahlung das umgebende Gas zum Leuchten anregt. Gleichzeitig formen Sternwinde und Strahlungsdruck die komplexen Säulen, Bögen und Verdichtungen, die das Erscheinungsbild dieses Nebels prägen.
Die Aufnahme zeigt eindrucksvoll das Zusammenspiel aus leuchtenden Emissionsgebieten, kalten Dunkelwolken und den dichten Sternfeldern der Milchstraße. Besonders die feinen Staubstrukturen zwischen beiden Nebeln vermitteln eine außergewöhnliche räumliche Tiefe und machen sichtbar, wie eng Nordamerika- und Pelikannebel tatsächlich miteinander verbunden sind. Gemeinsam bilden sie einen faszinierenden Einblick in die Prozesse der Sternentstehung und die kontinuierliche Entwicklung unserer Galaxis.
Zur Detailaufnahme des Nordamerika- und Pelikannebels in der Nearfield Galerie - hier klicken.
Zur Detailaufnahme des Pelikankopfes in der Nearfield Galerie - hier klicken.
- Datum: 26.07.2026
- Teleskop: Touptek D60
- Kamera: Touptek 2600c
- Filter: Antlia Quadband
- Belichtung: ca. 2 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP